!!! Aargauer Cup, Achtelfinale: Dienstag, 17. Oktober 2017 !!! FCB 1 - FC Mutschellen 1 (2. Liga) 9:7 n. E. (2:0, 3:3, 4:4)

Ein Cupabend der Superlative. „Für solche Spiele trainierst du jahrelang. Für solche Momente mit dem Team gehst du Fussball spielen.“ (Stefan Puselja, Captain 1. Mannschaft FC Beinwil am See, nach dem Spiel)

 

 

bfa. Was die beiden Mannschaften am letzten Dienstagabend boten, war Cupfussball vom Feinsten. Und obwohl beide Teams den Sieg verdient gehabt hätten, hatte es bei Weitem nicht nur mit diesem berühmten Quäntchen Wettkampfglück zu tun, dass ganz am Schluss die Einheimischen reüssierten. Die erste Halbzeit wurde geprägt von der höheren Effizienz der Seetaler. Joel Merz eröffnete den Torreigen in der 19. Spielminute mit einer bemerkenswerten Einzelleistung. Er zog von rechts aussen zur Mitte und vollstreckte mit seinem erbarmungslosen, linken Fuss in der nahen Ecke zur Führung für die Böjublauen. Die nächste Viertelstunde gehörte, was die Torchancen betrifft, dem Gegner aus Mutschellen. Doch der sehr starke Auftritt der Beinwiler Hintermannschaft, allen voran Goalie Dado Lovrenovic, verhinderte den frühen Ausgleich. Ganz im Gegensatz agierten die einheimischen Angreifer. Nach Bilderbuchkombination über Bruno Merz und Brendon Samadraxha hämmerte Ardian Zukaj das Leder zum effizienten 2:0 in die Maschen. Erinnerungen an das letzte Cupspiel gegen den 2.-Ligisten Kölliken wurden wach, welchen man schliesslich diskussionslos mit 6:2 abgefertigt hatte. Die Gäste aus Mutschellen schienen zwar gewarnt und wurden dennoch überrascht von der Vehemenz der Hediger-Elf.

 

Neustart nach Wiederanpfiff

Doch die Ostaargauer waren gewillt, keine derart üble Torbilanz verantworten zu müssen. Nach dem Tee lancierten sie deshalb das Spiel mittels Doppelschlag innert vier Minuten neu. Das eiskalte Verwerten der ersten beiden Möglichkeiten zum 2:2-Ausgleich passte so gar nicht zum Bild, welches der FCM vorher abgab. Mutschellentrainer und Ex-St. Gallen-Profi Colacino muss in der Pause die richtigen Worte gefunden haben. Doch auch Böju-Trainer Andi Hediger scheint dieser psychologischen Kunst mächtig zu sein. Denn fast schon unbeeindruckt, sprich auf diese Situation vorbereitet, powerte der FCB weiter. Schon nach kurzer Zeit war Bruno Merz im Strafraum nur noch regelwidrig vom Ball zu trennen. Captain Stefan Puselja erhöhte sodann per Penaltytreffer auf 3:2.

 

Der Cupfight legt an Fahrt zu

Mit dieser erneuten Führung kam erst so richtig Schwung in die Partie. Der 2.-Ligist fühlte sich nun erst recht bei der Ehre gepackt und übte seinerseits offensiven Druck aus. Weitere Rettungsaktionen der Herren Lovrenovic, Puselja, Merz und Co. wurden unabdingbar, um die Führung halten zu können. Umso mehr spricht es für die Qualität und den Charakter der Höherklassigen, nicht nur dass sie in der 66. Minute dennoch den Ausgleich durch Merendino erzielten, sondern auch, dass sie sogar erstmals in Führung gehen konnten zum 3:4 (durch Alidemaj). Dieser Treffer erfolgte notabene bereits fünf Minuten nach Wiederanpfiff in der Verlängerung. Eine Verlängerung, welche es noch in sich haben sollte.

 

Die Gefahr des Momentums

Der psychologische Vorteil lag nun selbstverständlich beim Gastteam. Leichte Katerstimmung machte sich breit am See. Sollte es dies jetzt wirklich gewesen sein? Zumindest einer, Verteidiger Salvatore Rotella, hatte schon sehr bald keine Lust, sich diesem Schicksal zu ergeben. Er fasste sich ein Herz, trieb den Ball solo vorwärts und beförderte sich mittels Doppelpass und mächtig Zug aufs Tor unmittelbar in den Slot vor Gästekeeper Riesen. Der folgende, kompromisslose Abschluss von Rotella zum dritten Resultatausgleich an diesem Abend verfehlte seine vielleicht entscheidende Signalwirkung nicht. Die Gäste, welche sich möglicherweise schon etwas zu sicher fühlten, brachten ab diesem Zeitpunkt nicht mehr viel zustande und schienen je länger, je mehr stehend K.O.. Doch der FC Böju kam nochmals mit allem, was er zu bieten hatte und verdiente sich mit dieser hochdominanten zweiten Hälfte der Verlängerung den Sieg bereits im Voraus. Mehrere hochkarätige Torchancen praktisch im Minutentakt, jedoch allesamt ungenutzt (inklusive eines Pfostenschusses durch Zukaj), führten letztlich dennoch zum Elfmeterschiessen.

 

Glücklicher- und verdienterweise wechselte das Momentum zu diesem Zeitpunkt nicht nochmals die Seite. Alle Schützen des Seeklubs (Puselja, Lutz, Merz J., Merz F., Wüst) verwandelten ihre Elfmeter in souveräner Manier. Goalie Lovrenovic konnte den ersten Penalty der Gäste abwehren, die Kugel fand ihren Weg nur mit viel Glück dennoch ins Tor. Der dritte Schütze des FCM scheiterte dann aber vollends, was Elias Wüst mit dem fünften und letzten Penalty die Möglichkeit bot, die Sache definitiv nach Hause zu bringen. In der letzten Spielminute der Verlängerung vergab er noch knapp aus kurzer Distanz, den entscheidenden Elfmeter jedoch verwandelte er dann aber sicher zum vielumjubelten, dritten Viertelfinaleinzug der Vereinsgeschichte.

 

Beinwil am See – Mutschellen 9:7 n.E. (2:0, 3:3, 4:4)

Strandbad. – 150 Zuschauer. – SR: Urso Maurizio, Wettingen (ausgezeichnet). – Tore: 18. Merz J. 1:0. 35. Zukaj 2:0. 47. Alidemaj 2:1. 51. Meindel 2:2. 57. Puselja 3:2 (Elfmeter). 66. Merendino 3:3. 95. Alidemaj 3:4. 102. Rotella 4:4.

Beinwil am See: Lovrenovic; Rotella, Puselja, Merz F., Lauber; Zukaj, Eichenberger (43. Rohr, 80. Wüst), Nivokazi (106. Lutz); Merz B., Samadraxha, Merz J..

Beinwil am See ohne Dietiker (abwesend); Holliger (verletzt).

Bemerkungen: fcbeinwilamsee.ch (alle Infos online).       

               

 

Vorschau:

Zofingen – FCB 1, Freitag, 20.15

Oftringen – D, Samstag, 11.30

Villmergen – Ea, Samstag, 13.00

C – Seengen, Samstag, 13.00

Muhen – Eb, Sonntag, 10.15

FCB 2 – Gontenschwil, Sonntag, 13.00

Muhen – Frauen, Sonntag, 16.00

 

Resultate:

Senioren – Schinznach Bad 0:6

Eb – Menzo Reinach 3:9

D – Menzo Reinach 13:1

Aarburg – B 0:6